Klavierpraxis

Klavierpraxis

Franz-Josef Hauser lehrt das Fach Klavierpraktikum (Schulpraktisches Klavierspiel) an der Universität für Musik und darstellende Kunst Wien, an der er 2016 zusätzlich mit der Koordination der institutsübergreifenden Fachgruppe Klavierpraktikum betraut wurde. Arbeitsschwerpunkte liegen aktuell auf der Initiierung von Fortbildungsmöglichkeiten für im Beruf stehende Musiklehrer*innen aller Schultypen sowie der internationalen Vernetzung als Mitglied der AG Schulpraktisches Klavierspiel (Weimar/Mainz) und der AG Klavierpraxis (Frankfurt) mit Lehrenden aus Deutschland und der Schweiz. Seit 2017 hat Franz-Josef Hauser auch einen Lehrauftrag für Klavierpraktikum an der Universität Mozarteum/Department Innsbruck inne.

Das Hauptziel ist für Hauser, „den Studierenden einen künstlerischen, kreativen, selbstsicheren und vielseitigen Zugang zum Klavierspiel zu ermöglichen, um den musikpädagogischen Alltag, aber auch freiberufliche Tätigkeitsfelder kompetent bestreiten zu können. Dabei gilt es aus meiner Sicht, künstlerische Reife im Repertoirespiel und klavierpraktische Kompetenzen in Einklang zu bringen.“

Konzeptioneller Rahmen des Klavierpraxis-Unterrichts von Franz-Josef Hauser

„Absolventinnen und Absolventen musikpädagogischer Studiengänge sind im Berufsalltag mit vielfältigen Herausforderungen konfrontiert. Gerade bei Schulmusikerinnen und Schulmusikern sind hohe Kompetenzen gefragt, wenn es darum geht, Musikvermittlungsprozesse und vielfältigste musikalische Phänomene auf dem Klavier, dem zentralen Instrument für den Musikunterricht, abzubilden. Hier kommt der Fachbereich Klavierpraxis, konkret als Klavierpraktikum oder Schulpraktisches Klavierspiel bezeichnet, ins Spiel. Eingesetzt in verschiedensten musikpädagogischen Kontexten (Liedbegleitung unterschiedlichster Stile, Improvisation, angewandte Musiktheorie etc.) befinden sich die pianistischen Anforderungen an der Schnittstelle zwischen Klassik und Popularmusik bzw. an jener zwischen Lehrberuf und freiberuflichen musikalischen Tätigkeitsfeldern.
Eine besondere Bedeutung kommt dem Klavier in diesem Zusammenhang als Begleitinstrument zu. Die Kompetenz, sich selbst und andere stilsicher und authentisch begleiten zu können (Pop/Rock/Jazz, internationale Folklore etc.), zählt zu den wichtigsten Grundpfeilern eines modernen Anforderungsprofils für Musikerzieherinnen und Musikerzieher. Das Spielen nach Gehör, die Reduktion auf Akkordsymbole sowie der Umgang mit nicht vorhandenem oder mangelhaftem (im Internet verfügbaren) Notenmaterial werden im Unterricht von Anfang an thematisiert.

Eine zeitgemäße klavierpraktische Ausbildung orientiert sich am stetigen Auf- und Ausbau eines individuellen musikalischen Handlungsrepertoires. Dafür ist es erforderlich, musikalische Strukturen (stiltypische Begleitformen/-muster und Harmonieabfolgen, Patterns/Grooves, Voicings, Fill-Ins, Licks, melodische Zusammenhänge etc.), aber auch Klangfarbe, Phrasierung, Artikulation, dynamische bzw. interpretatorische Aspekte genau vorauszuhören, um sie in weiterer Folge authentisch und mühelos am Klavier umzusetzen. Dieser besondere auditive Prozess des inneren Hörens bildet dabei Grundlage und Voraussetzung für musikalisches Aneignen und Verinnerlichen und fördert ein intensiveres Erleben sowie ein differenzierteres analytisches Verständnis von musikalischen Inhalten und Strukturen. Eine sehr gewinnbringende Methode ist in diesem Zusammenhang das regelmäßige auditive Transkribieren von Liedern, Songs oder Instrumentalstücken. Diese besondere Form der musikalischen Verinnerlichung stärkt die Verbindung zwischen Klang und Notenbild bei gleichzeitiger vertiefter analytischer Reflexion.

Auch das selbstbegleitete Singen – als zentrale künstlerisch-praktische Kompetenz im Musikunterricht – wird in meinem Unterricht so früh wie möglich miteinbezogen.“

Franz-Josef Hauser